Schiri-Skandal bei WM: Hausgemachtes Problem der FIFA

von Robert am 4. Juli 2011

Die Leis­tun­gen der Schieds­rich­te­rin­nen sind gelinde gesagt skan­da­lös und wer­fen ein schlech­tes, unpro­fes­sio­nel­les Licht auf die WM. Die Debatte um die Schieds­rich­ter hatte schon beim Deutsch­land­spiel gegen Nige­ria begon­nen und ges­tern ihren vor­über­ge­hen­den Höhe­punkt erreicht. Die Schiri-Problematik ist haus­ge­macht, da die FIFA krampf­haft an ihren Quo­ten festhält?

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus.

Bibiana Stein­haus ist Deutsch­lands beste Schieds­rich­te­rin. Foto: Wikipedia/Northside

Gleich zwei krasse Fehl­ent­schei­dun­gen, mit spiel­ent­schei­den­dem Cha­rak­ter, durf­ten wir ges­tern sehen. Zum einen war da die­ses unfass­bare Hand­spiel im Duell Aus­tra­lien gegen Aqua­to­ri­al­gui­nea, bei der die afri­ka­ni­sche Spie­le­rin Bruna den Ball mit­ten im Spiel ein­fach zwei Sekun­den in bei­den Hän­den fest­hielt (hier geht’s zum Video). Trotz freier Sicht und ein­deu­ti­gem Tat­be­stand ver­wei­gerte die unga­ri­sche Schieds­rich­te­rin Gyo­en­gyi Gaal den zwin­gend fäl­li­gen Elf­me­ter. Eine Situa­tion, über die mitt­ler­weile die ganze Fuß­ball­welt lacht.

Um die neu ent­fachte Schiri-Diskussion quasi zu för­dern, leis­tete sich im anschlie­ßen­den Spiel zwi­schen Bra­si­lien und Nor­we­gen die erfah­rene US-Amerikanerin Kari Seitz (bereits WM-Turniere) einen dicken Lap­sus, als sie ein offen­sicht­li­ches Foul von Marta vor dem 1:0 unge­ahn­det ließ (hier geht’s zum Video). Ein­fach nur zum Kopf­schüt­teln. Und dann war doch noch die beschä­mende Leis­tung der Schieds­rich­te­rin Cha Sung-Mi im Spiel Deutsch­land gegen Nige­ria. Bei ihrem WM-Debüt ließ die Süd­ko­rea­ne­rin die unfaire Spiel­weise der Nige­ria­ne­rin­nen, die beson­ders in der zwei­ten Hälfte Rich­tung Kör­per­ver­let­zung ging und so ein wil­des Getrete her­vor­rief, ein­fach durchgehen.

Schiri-Problematik Schuld der FIFA

Die Schieds­rich­ter­pro­ble­ma­tik ist bei Welt­meis­ter­schaf­ten schon lange auf­fäl­lig. Zu ver­dan­ken ist es der FIFA, die dar­auf besteht, dass bei WM’s Refe­rees aus klei­ne­ren Ver­bän­den pfei­fen dür­fen. Die Kon­ti­nen­tal­quote ist dabei wich­ti­ger als die Leis­tung. Ver­schärft wird die Debatte durch den Fakt, dass die FIFA bei den Män­nern aus rund 3.100 Kan­di­da­ten wäh­len kann, wäh­rend es bei den noch nicht ein­mal 600 „pro­fes­sio­nelle“ Schieds­rich­te­rin­nen gibt. Und da seit der WM 1999 nur noch Frauen bei den Frauen-Weltmeisterschaften pfei­fen dür­fen, darf sich kei­ner über unter­ir­disch schlechte Schiri-Auftritte wundern.

Natür­lich gibt es sehr gute Schieds­rich­te­rin­nen wie der Fall Bibiane Stein­haus beweist. Aber es sind viel zu wenige. Und Schieds­rich­te­rin­nen aus dem Benin und Co. haben eben ein­fach viel zu sel­ten die Chance, natio­nal hoch­wer­tige Frauen-Wettbewerbe zu lei­ten, da es sie schlicht­weg nicht gibt.

Was also tun? Die FIFA wird sowohl an der Kon­ti­nen­tal– als auch an der Frauen-Quote bei Groß­tur­nie­ren fest­hal­ten. Somit wer­den wir uns auch in Zukunft wild über Schieds­rich­ter dis­ku­tie­ren kön­nen. Doch das war ja bekannt­lich schon immer so!

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