Die Leistungen der Schiedsrichterinnen sind gelinde gesagt skandalös und werfen ein schlechtes, unprofessionelles Licht auf die WM. Die Debatte um die Schiedsrichter hatte schon beim Deutschlandspiel gegen Nigeria begonnen und gestern ihren vorübergehenden Höhepunkt erreicht. Die Schiri-Problematik ist hausgemacht, da die FIFA krampfhaft an ihren Quoten festhält?
Gleich zwei krasse Fehlentscheidungen, mit spielentscheidendem Charakter, durften wir gestern sehen. Zum einen war da dieses unfassbare Handspiel im Duell Australien gegen Aquatorialguinea, bei der die afrikanische Spielerin Bruna den Ball mitten im Spiel einfach zwei Sekunden in beiden Händen festhielt (hier geht’s zum Video). Trotz freier Sicht und eindeutigem Tatbestand verweigerte die ungarische Schiedsrichterin Gyoengyi Gaal den zwingend fälligen Elfmeter. Eine Situation, über die mittlerweile die ganze Fußballwelt lacht.
Um die neu entfachte Schiri-Diskussion quasi zu fördern, leistete sich im anschließenden Spiel zwischen Brasilien und Norwegen die erfahrene US-Amerikanerin Kari Seitz (bereits WM-Turniere) einen dicken Lapsus, als sie ein offensichtliches Foul von Marta vor dem 1:0 ungeahndet ließ (hier geht’s zum Video). Einfach nur zum Kopfschütteln. Und dann war doch noch die beschämende Leistung der Schiedsrichterin Cha Sung-Mi im Spiel Deutschland gegen Nigeria. Bei ihrem WM-Debüt ließ die Südkoreanerin die unfaire Spielweise der Nigerianerinnen, die besonders in der zweiten Hälfte Richtung Körperverletzung ging und so ein wildes Getrete hervorrief, einfach durchgehen.
Schiri-Problematik Schuld der FIFA
Die Schiedsrichterproblematik ist bei Weltmeisterschaften schon lange auffällig. Zu verdanken ist es der FIFA, die darauf besteht, dass bei WM’s Referees aus kleineren Verbänden pfeifen dürfen. Die Kontinentalquote ist dabei wichtiger als die Leistung. Verschärft wird die Debatte durch den Fakt, dass die FIFA bei den Männern aus rund 3.100 Kandidaten wählen kann, während es bei den noch nicht einmal 600 „professionelle“ Schiedsrichterinnen gibt. Und da seit der WM 1999 nur noch Frauen bei den Frauen-Weltmeisterschaften pfeifen dürfen, darf sich keiner über unterirdisch schlechte Schiri-Auftritte wundern.
Natürlich gibt es sehr gute Schiedsrichterinnen wie der Fall Bibiane Steinhaus beweist. Aber es sind viel zu wenige. Und Schiedsrichterinnen aus dem Benin und Co. haben eben einfach viel zu selten die Chance, national hochwertige Frauen-Wettbewerbe zu leiten, da es sie schlichtweg nicht gibt.
Was also tun? Die FIFA wird sowohl an der Kontinental– als auch an der Frauen-Quote bei Großturnieren festhalten. Somit werden wir uns auch in Zukunft wild über Schiedsrichter diskutieren können. Doch das war ja bekanntlich schon immer so!
Popularity: 6%
Besucher, die diese Seite fanden, suchten auch nach:
- wm 2011 schiedsrichter skandal
- schiri skandal bei wm

{ 0 Kommentare… füge jetzt einen hinzu }