Halbfinale: Japan deklassiert Schweden und stürmt ins WM-Finale

Japan sorgt bei der WM 2011 wei­ter für Furore. Die „wil­den Nel­ken“, die im Vier­tel­fi­nale Deutsch­land aus dem Tur­nier war­fen, zeig­ten Schwe­den beim 3:1-Erfolg im Halb­fi­nale die Gren­zen auf und glän­zen im Stile des FC Bar­ce­lona. Oben­drein gab es noch einen sehens­wer­ten Tref­fer aus 35 Metern.

Kozue Ando, Japan.

Kozue Ando stürmt mit Japan ins WM-Finale. Foto: Wikipedia/www.thai-fussball.de

1. Halb­zeit: schwe­di­sches Strohfeuer

Japan legte gegen die leicht favo­ri­sier­ten Schwe­din­nen einen Fehl­start hin. Nach einem kras­sen Fehl­pass von Homare Sawa brachte Jose­fine Öqvist (10.) die Skan­di­na­vie­rin­nen in Front. Doch Japan erholte sich schnell vom Schock, fand nach 15 Minu­ten bes­ser ins Spiel und zeigte schnell mit tech­ni­schen fei­nen und schön anzu­se­hen­den Ball­sta­fet­ten, dass man ein erns­tes Wört­chen im Kampf um das Final­ti­cket mit­re­den möchte. Fol­ge­rich­tig erzielte Nahomi Kawasumi (19.) den 1:1-Ausgleich. Japan auch in der Folge am Drü­cker und die bes­sere Mann­schaft in Frank­furt, wäh­rend die Schwe­din­nen einen ganz schwa­chen Tag erwisch­ten. Vor allem die wuse­li­gen und tech­nisch beschla­ge­nen Nippon-Angreiferinnen sorg­ten immer wie­der für Unruhe, wäh­rend die Dancing-Queens kaum für Ent­las­tung sor­gen konnten.

2. Halb­zeit: Japan im Barca-Stil und mit 35-m-Traumtor

Nach dem Wech­sel pas­sierte lange nichts und beide Mann­schaf­ten boten vor­erst Fußball-Magerkost. Zwar war Japan wei­ter domi­nant, konnte sich aber keine viel­ver­spre­chen­den Chan­cen erspie­len. In der 59. Minute brachte Sawa die Asia­tin­nen mit ihrem vier­ten WM-Treffer auf die Sie­ger­straße, als sie die Kugel aus einem Gewühl im Fün­fer über die Linie köpfte. Das war zugleich auch der Start­schuss für eine wahre Fuß­ball­de­mons­tra­tion Japans. Mit ihrem gewohnt siche­rem Kurz­pass­spiel, das fast schon an das des gro­ßen FC Bar­ce­lona erin­nerte, spiel­ten sie die Schwe­den­in­nen förm­lich an die Wand. Die „wil­den Nel­ken“ spiel­ten sich in einen wah­ren Rausch und sorg­ten mit eini­gen Kabi­nett­stück­chen für große Augen auf den Rängen.

Für die Vor­ent­schei­dung sorgte Kawasumi (64.) mit ihrem zwei­ten Tref­fer. Nach einer Ret­tungs­tat von Schweden-Torfrau Hed­vig Lin­dahl beför­derte die Stür­me­rin die Kugel direkt aus 35 Metern in die Maschen zum 3:1-Endstand – ein Wahn­sinns­tor! Schwe­den fand kein Mit­tel gegen die spie­le­ri­sche Über­le­gen­heit Japans und ging als hoch­ver­dien­ter Ver­lie­rer vom Platz.

WM-Finale: Japan will auch USA ärgern

Japan steht somit erst­mals im WM-Finale, wo sie am Sonn­tag (20.45 Uhr) auf die USA tref­fen. Uns erwar­tet ein inter­es­san­tes Duell, indem den form­star­ken Asia­tin­nen nach den letz­ten Auf­trit­ten fiel zuzu­trauen ist. Im klei­nen Finale um Platz 3 kommt es am Sams­tag (18.00 Uhr) zum euro­päi­schen Duell zwi­schen Schwe­den und Frankreich.

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