Japan sorgt bei der WM 2011 weiter für Furore. Die „wilden Nelken“, die im Viertelfinale Deutschland aus dem Turnier warfen, zeigten Schweden beim 3:1-Erfolg im Halbfinale die Grenzen auf und glänzen im Stile des FC Barcelona. Obendrein gab es noch einen sehenswerten Treffer aus 35 Metern.
1. Halbzeit: schwedisches Strohfeuer
Japan legte gegen die leicht favorisierten Schwedinnen einen Fehlstart hin. Nach einem krassen Fehlpass von Homare Sawa brachte Josefine Öqvist (10.) die Skandinavierinnen in Front. Doch Japan erholte sich schnell vom Schock, fand nach 15 Minuten besser ins Spiel und zeigte schnell mit technischen feinen und schön anzusehenden Ballstafetten, dass man ein ernstes Wörtchen im Kampf um das Finalticket mitreden möchte. Folgerichtig erzielte Nahomi Kawasumi (19.) den 1:1-Ausgleich. Japan auch in der Folge am Drücker und die bessere Mannschaft in Frankfurt, während die Schwedinnen einen ganz schwachen Tag erwischten. Vor allem die wuseligen und technisch beschlagenen Nippon-Angreiferinnen sorgten immer wieder für Unruhe, während die Dancing-Queens kaum für Entlastung sorgen konnten.
2. Halbzeit: Japan im Barca-Stil und mit 35-m-Traumtor
Nach dem Wechsel passierte lange nichts und beide Mannschaften boten vorerst Fußball-Magerkost. Zwar war Japan weiter dominant, konnte sich aber keine vielversprechenden Chancen erspielen. In der 59. Minute brachte Sawa die Asiatinnen mit ihrem vierten WM-Treffer auf die Siegerstraße, als sie die Kugel aus einem Gewühl im Fünfer über die Linie köpfte. Das war zugleich auch der Startschuss für eine wahre Fußballdemonstration Japans. Mit ihrem gewohnt sicherem Kurzpassspiel, das fast schon an das des großen FC Barcelona erinnerte, spielten sie die Schwedeninnen förmlich an die Wand. Die „wilden Nelken“ spielten sich in einen wahren Rausch und sorgten mit einigen Kabinettstückchen für große Augen auf den Rängen.
Für die Vorentscheidung sorgte Kawasumi (64.) mit ihrem zweiten Treffer. Nach einer Rettungstat von Schweden-Torfrau Hedvig Lindahl beförderte die Stürmerin die Kugel direkt aus 35 Metern in die Maschen zum 3:1-Endstand – ein Wahnsinnstor! Schweden fand kein Mittel gegen die spielerische Überlegenheit Japans und ging als hochverdienter Verlierer vom Platz.
WM-Finale: Japan will auch USA ärgern
Japan steht somit erstmals im WM-Finale, wo sie am Sonntag (20.45 Uhr) auf die USA treffen. Uns erwartet ein interessantes Duell, indem den formstarken Asiatinnen nach den letzten Auftritten fiel zuzutrauen ist. Im kleinen Finale um Platz 3 kommt es am Samstag (18.00 Uhr) zum europäischen Duell zwischen Schweden und Frankreich.

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