Während man noch im Vorjahr mit positiven Erfahrungen und dem Weltmeister-Titel aus China zurückkehrte, reichte es in diesem Jahr nur für die Bronze-Medaille. Und das, obwohl man in 5 von 6 Spielen nicht einen Gegentreffer zur verzeichnen hatte, was vor Allem den hervorragenden Leistungen von Torhüterin Nadine Angerer zu verdanken war, die mit 972 torlosen Spielminuten einen neuen Rekord aufstellte. Auch Spielführerin Birgit Prinz brauchte sich nicht vor ihren Leistungen verstecken, konterte aber rückblickend, daß “man mit Bronze sehr zufrieden sein” könne.
Bereits zum Auftakt ging es — aus Zeitgründen noch vor der offiziellen Eröffnung in Peking — gegen Brasilien in die Neuauflage des WM-Endspiels von 2007. Das weitgehend ausgeglichene Spiel endete am Ende in einem verdienten 0:0 Unentschieden.
Auch im zweiten Spiel gegen eine kämpferisch starke nigerianische Mannschaft konnte die DFB-Elf nicht überzeugen, rette aber den Führungstreffer von Kerstin Stegemann (65.) über die Zeit. Insbesondere Torhüterin Nadine Angerer sorgte mit einem sauberen Kasten für den ersten Sieg im olympischen Turnier.
Mit einem Zittersieg endete das letzte Vorrunden-Spiel gegen eine starke Elf aus Nordkorea. Wieder sorgte die Defensive für ein gegentrefferfreies Endergebnis. Erst in der 86. Spielminute konnte Anja Mittag einen abgewehrten Torschuß von Birgit Prinz in den Siegtreffer verwandeln. Deutschland sicherte sich damit den zweiten Gruppenplatz nach Brasilien und den Einzug ins Viertelfinale.
Unvergessen die schwachen Leistungen der Vorrunde schien es im ersten Spiel der Endrunde gegen die Schwedinnen. Dennoch blieben die Mühen in der regulären Spielzeit ungerühmt, und das Viertelfinale ging in die Verlängerung. Endlich konnten Kerstin Garefrekes (104.) und Simone Laudehr (115.) den Einzug ins Halbfinale sichern.
Linda Bresonik erlitt nach einem Zweikampf leider einen Außenbandriß im linken Sprunggelenk und mußte den Rest des Turniers als Zuschauerin verfolgen.
Im Halbfinale traf man dann abermals auf dieses Mal deutlich überlegene Brasilianerinnen. Zunächste brachte Stürmerin Birgit Prinz bereits nach 10 Minuten die deutsche Mannschaft in Führung, doch kurz vor der Halbzeit-Pause glich Formiga nach einem deutschen Leistungseinbruch aus. Schmerzhaft war dann ein dem Seitenwechsel folgender brasilianischer Doppelschlag durch Christiane (49.) und Weltfußballerin Marta (53.). In der 77. Minute sorgte dann Christiane mit ihrem zweiten Spieltreffer zum 1:4 für die Entscheidung.
Im sogenannten “kleinen Finale” gegen Japan wollte sich die deutsche Frauen-Nationalmannschaft nun zumindest die Bronze-Medaille sichern, was letztlich trotz mäßiger Leistung auch gelang. Nicht zuletzt dank Spielmacherin Fatmire Bajramaj, die mit ihren beiden Treffern (69. und 87.) den dritten Platz bei den Olympischen Spielen 2008 sicherte. Die Japanerinnen konnten ihre Chancen gegen eine abermals starke Nadine Angerer — die trotz einer Bauchmuskelzerrung antrat — nicht verwerten.
Für Renate Lingor war dies zugleich das letzte Länderspiel in ihrer Karriere, auch die DFB-Zukunft von Birgit Prinz und Kerstin Stegemann ist noch offen.
Doch “nach dem Spiel ist vor dem Spiel”, und so steht bereits im Oktober wieder das erste Qualifikationsspiel für die EM 2009 gegen die Schweiz ins Haus.
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