21. August 2008

Bronze-Medaille nach schwachem Turnier

Abgelegt unter: Olympia 2008 — Jens @ 23:06

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Wäh­rend man noch im Vor­jahr mit posi­ti­ven Erfah­run­gen und dem Weltmeister-Titel aus China zurück­kehrte, reichte es in die­sem Jahr nur für die Bronze-Medaille. Und das, obwohl man in 5 von 6 Spie­len nicht einen Gegen­tref­fer zur ver­zeich­nen hatte, was vor Allem den her­vor­ra­gen­den Leis­tun­gen von Tor­hü­te­rin Nadine Ange­rer zu ver­dan­ken war, die mit 972 tor­lo­sen Spiel­mi­nu­ten einen neuen Rekord auf­stellte. Auch Spiel­füh­re­rin Bir­git Prinz brauchte sich nicht vor ihren Leis­tun­gen ver­ste­cken, kon­terte aber rück­bli­ckend, daß “man mit Bronze sehr zufrie­den sein” könne.

Bereits zum Auf­takt ging es — aus Zeit­grün­den noch vor der offi­zi­el­len Eröff­nung in Peking — gegen Bra­si­lien in die Neu­auf­lage des WM-Endspiels von 2007. Das weit­ge­hend aus­ge­gli­chene Spiel endete am Ende in einem ver­dien­ten 0:0 Unentschieden.

Auch im zwei­ten Spiel gegen eine kämp­fe­risch starke nige­ria­ni­sche Mann­schaft konnte die DFB-Elf nicht über­zeu­gen, rette aber den Füh­rungs­tref­fer von Kers­tin Ste­ge­mann (65.) über die Zeit. Ins­be­son­dere Tor­hü­te­rin Nadine Ange­rer sorgte mit einem sau­be­ren Kas­ten für den ers­ten Sieg im olym­pi­schen Turnier.

Mit einem Zit­ter­sieg endete das letzte Vorrunden-Spiel gegen eine starke Elf aus Nord­ko­rea. Wie­der sorgte die Defen­sive für ein gegen­tref­fer­freies End­er­geb­nis. Erst in der 86. Spiel­mi­nute konnte Anja Mit­tag einen abge­wehr­ten Tor­schuß von Bir­git Prinz in den Sieg­tref­fer ver­wan­deln. Deutsch­land sicherte sich damit den zwei­ten Grup­pen­platz nach Bra­si­lien und den Ein­zug ins Viertelfinale.

Unver­ges­sen die schwa­chen Leis­tun­gen der Vor­runde schien es im ers­ten Spiel der End­runde gegen die Schwe­din­nen. Den­noch blie­ben die Mühen in der regu­lä­ren Spiel­zeit unge­rühmt, und das Vier­tel­fi­nale ging in die Ver­län­ge­rung. End­lich konn­ten Kers­tin Gare­fre­kes (104.) und Simone Laud­ehr (115.) den Ein­zug ins Halb­fi­nale sichern.
Linda Bre­so­nik erlitt nach einem Zwei­kampf lei­der einen Außen­bandriß im lin­ken Sprung­ge­lenk und mußte den Rest des Tur­niers als Zuschaue­rin verfolgen.

Im Halb­fi­nale traf man dann aber­mals auf die­ses Mal deut­lich über­le­gene Bra­si­lia­ne­rin­nen. Zunächste brachte Stür­me­rin Bir­git Prinz bereits nach 10 Minu­ten die deut­sche Mann­schaft in Füh­rung, doch kurz vor der Halbzeit-Pause glich For­miga nach einem deut­schen Leis­tungs­ein­bruch aus. Schmerz­haft war dann ein dem Sei­ten­wech­sel fol­gen­der bra­si­lia­ni­scher Dop­pel­schlag durch Chris­tiane (49.) und Welt­fuß­bal­le­rin Marta (53.). In der 77. Minute sorgte dann Chris­tiane mit ihrem zwei­ten Spiel­tref­fer zum 1:4 für die Entscheidung.

Im soge­nann­ten “klei­nen Finale” gegen Japan wollte sich die deut­sche Frauen-Nationalmannschaft nun zumin­dest die Bronze-Medaille sichern, was letzt­lich trotz mäßi­ger Leis­tung auch gelang. Nicht zuletzt dank Spiel­ma­che­rin Fat­mire Bajra­maj, die mit ihren bei­den Tref­fern (69. und 87.) den drit­ten Platz bei den Olym­pi­schen Spie­len 2008 sicherte. Die Japa­ne­rin­nen konn­ten ihre Chan­cen gegen eine aber­mals starke Nadine Ange­rer — die trotz einer Bauch­mus­kel­zer­rung antrat — nicht verwerten.

Für Renate Lingor war dies zugleich das letzte Län­der­spiel in ihrer Kar­riere, auch die DFB-Zukunft von Bir­git Prinz und Kers­tin Ste­ge­mann ist noch offen.
Doch “nach dem Spiel ist vor dem Spiel”, und so steht bereits im Okto­ber wie­der das erste Qua­li­fi­ka­ti­ons­spiel für die EM 2009 gegen die Schweiz ins Haus.

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